Ein Seniorenmobil kauft man nicht jede Woche. Die meisten Menschen kaufen genau eines in ihrem Leben. Umso ärgerlicher, wenn dabei etwas übersehen wird, das man vorher in fünf Minuten hätte klären können.
Diese Liste ist die Checkliste, die wir am Telefon durchgehen. Gehen Sie sie in Ruhe durch, bevor Sie bestellen — bei uns oder anderswo.
1. Wo steht das Fahrzeug nachts?
Die wichtigste Frage, und die am häufigsten übersehene. Ein Seniorenmobil braucht etwa die Fläche eines großen Sessels, ein Kabinenroller deutlich mehr.
Messen Sie die Fläche am Abstellort und die Breite und Höhe der Zufahrt. Der Platz sollte trocken sein. Wenn Sie ein Modell mit Dach erwägen, prüfen Sie die Durchfahrtshöhe — das fällt sonst erst bei der Lieferung auf.
2. Gibt es dort eine Steckdose?
Wenn ja, kommen alle Modelle infrage. Wenn nein, brauchen Sie eines mit herausnehmbarem Akku, den Sie mit in die Wohnung nehmen. Das gibt es praktisch nur mit Lithium.
An diesem Punkt scheitern mehr Käufe im Nachhinein als an jedem anderen. Klären Sie ihn zuerst. Mehr dazu im Ratgeber Blei-Gel oder Lithium?
3. Wie lang ist Ihr längster regelmäßiger Weg?
Nicht die Summe der Woche, sondern die längste Einzelfahrt ohne Zwischenladen — hin und zurück gerechnet.
Verdoppeln Sie diesen Wert als Reserve und teilen Sie das Ergebnis durch 0,7, weil die Katalogangabe ein Bestwert ist. So kommen Sie auf die nötige Reichweite. Die vollständige Rechnung steht im Ratgeber Reichweite ehrlich erklärt.
4. Wann sind Sie geboren?
Vor dem 1. April 1965? Dann dürfen Sie dreirädrige Fahrzeuge bis 25 km/h ohne Führerschein fahren, auch wenn Sie Ihren Autoführerschein abgegeben haben.
Nach dem Stichtag? Dann brauchen Sie mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung — oder Sie haben ohnehin einen Autoführerschein, der die Berechtigung einschließt. Einzelheiten im Ratgeber Seniorenmobil ohne Führerschein.
5. Wie viel muss das Fahrzeug tragen?
Rechnen Sie zusammen: Ihr Gewicht, plus zehn bis fünfzehn Kilogramm für einen normalen Einkauf, plus das Gewicht einer möglichen Begleitperson.
Vergleichen Sie das mit der Zuladung im Datenblatt. Liegt Ihr Wert nah an der Grenze, nehmen Sie das nächstgrößere Modell. Und verwechseln Sie die Zuladung nicht mit dem Gesamtgewicht des Fahrzeugs — das sind zwei verschiedene Zahlen.
6. Fahren Sie allein oder zu zweit?
Zweisitzige Modelle kosten mehr und verbrauchen mehr. Wenn Sie in neun von zehn Fällen allein fahren, zahlen Sie für einen leeren Sitz.
Wenn Sie dagegen regelmäßig gemeinsam unterwegs sind, achten Sie zusätzlich auf zwei Dinge: eine ausreichende Zuladung und — wegen der Gewichtsverlagerung in Kurven — eher vier Räder.
7. Müssen Sie bei jedem Wetter fahren?
Wer Fahrten verschieben kann, braucht keine Kabine. Wer feste Termine hat, die nicht warten, braucht sie.
Zwischen beidem liegt das Dach für 300 bis 600 Euro Aufpreis — für viele der richtige Kompromiss. Der Vergleich steht im Ratgeber Kabinenroller oder offenes Seniorenmobil?
8. Wie ist der Untergrund auf Ihren Wegen?
Glatter Asphalt im Neubaugebiet ist etwas anderes als Kopfsteinpflaster in der Altstadt oder ein Wirtschaftsweg zum Schrebergarten.
Auf unebenem Grund und bei seitlichem Gefälle liegen vier Räder ruhiger. In engen Ortslagen ist ein dreirädriges Fahrzeug wendiger. Beides abgewogen im Ratgeber Drei oder vier Räder?
9. Gibt es Steigungen auf Ihrer Strecke?
Wenn ja, schauen Sie auf die Motorleistung. 250 bis 500 Watt reichen für ebene Wege und leichte Anstiege. Für richtige Steigungen sollten es 1.000 Watt oder mehr sein.
Und bedenken Sie: Am Berg sinkt die Reichweite deutlich. In hügeligem Gebiet ist der größere Akku selten Luxus.
10. Wie wollen Sie das bezahlen?
Wenn der Gesamtbetrag auf einmal zu groß ist, rufen Sie uns bitte an, bevor Sie bestellen. Für viele geht die Rechnung erst auf, wenn das Auto abgegeben wird: Dessen laufende Kosten liegen oft über dem, was ein Seniorenmobil im Monat kostet.
Rechnen Sie im Kostenrechner nach, was Sie tatsächlich einsparen, und lesen Sie im Ratgeber Was kostet ein Seniorenmobil im Monat?, welche laufenden Posten anfallen.
Drei Dinge, die uns wichtig sind
Kaufen Sie nicht ungesehen aus dem Warenkorb. Sie können bei uns bestellen, ohne mit jemandem zu sprechen — technisch geht das. Wir raten trotzdem zu einem Anruf. Zehn Minuten am Telefon ersparen im Zweifel eine Rücksendung, die bei einem Fahrzeug dieser Größe für alle mühsam ist.
Trauen Sie keinen Zusagen zur Kostenübernahme. Wir machen keine, und wo sie gemacht werden, sollten Sie genau nachfragen. Warum, steht im Ratgeber Zahlt die Krankenkasse ein Elektromobil?
Prüfen Sie technische Angaben. Wenn eine Reichweite zu gut klingt, ist sie meistens ein Bestwert unter Idealbedingungen. Auf unseren Produktseiten schreiben wir dazu, was wir belegen können — und lassen weg, was wir nicht belegen können. Wo eine Angabe fehlt, ist das kein Versehen, sondern Absicht.
Was nach der Bestellung passiert
Wir liefern per Spedition, fahrbereit aufgebaut. Der Termin wird vorher telefonisch mit Ihnen abgestimmt — Sie müssen also nicht den ganzen Tag zu Hause warten. Sie brauchen niemanden zum Schrauben.
Danach kümmern Sie sich um zwei Dinge: das Versicherungskennzeichen (dazu der Ratgeber Versicherungskennzeichen) und die ersten Übungsrunden im Hof (dazu Die ersten Wochen).
Und wenn Sie unsicher bleiben?
Dann rufen Sie an. Wir fragen nach Ihren Wegen, Ihrem Geburtsjahr und Ihrem Abstellplatz und nennen Ihnen ein bis drei passende Modelle mit Preis. Wenn keines passt, sagen wir Ihnen auch das. So erreichen Sie uns.
Nehmen Sie sich für die Liste ruhig einen Abend Zeit und gehen Sie sie mit jemandem aus der Familie durch. Vier Augen sehen bei Stellplatz und Zuladung mehr als zwei.
Drei Fahrzeuge, mit denen die meisten gut fahren
Wenn Sie die zehn Fragen durchgegangen sind, landen die meisten Kunden bei einem dieser drei Fahrzeuge:
E-Mobil VitaEco — 1.299 €. Wenn Ihre Wege im Ort liegen, Strom am Abstellplatz vorhanden ist und Sie vor dem 1. April 1965 geboren sind.
VITA CARE 1000 Li — ab 1.999 €. Wenn Sie öfter fahren, längere Strecken haben oder am Stellplatz keine Steckdose liegt — der Akku lässt sich herausnehmen.
Kabinenroller E-Move — 3.999 €. Wenn Sie feste Termine haben, die nicht auf besseres Wetter warten.
Alle drei können Sie per Überweisung oder über PayPal bezahlen. Und bei allen dreien gilt: Rufen Sie vorher an, dann prüfen wir gemeinsam, ob die Wahl zu Ihren Wegen passt.
Häufige Fragen
Was ist die wichtigste Frage vor dem Kauf?
Wo das Fahrzeug nachts steht und ob dort eine Steckdose ist. An diesem Punkt scheitern mehr Käufe im Nachhinein als an jedem anderen. Ohne Strom am Stellplatz brauchen Sie ein Modell mit herausnehmbarem Akku.
Kann ich das Fahrzeug vorher Probe fahren?
Rufen Sie uns an, dann sagen wir Ihnen, welche Möglichkeiten es in Ihrer Nähe gibt. Gerade bei den Fahrzeugen mit Kabine lohnt es sich, einmal darin gesessen zu haben, bevor mehrere tausend Euro fließen.
Wie wird geliefert?
Per Spedition, fahrbereit aufgebaut, mit vorher telefonisch abgestimmtem Termin. Sie müssen also nicht den ganzen Tag zu Hause warten und niemanden zum Schrauben bestellen.
Was muss ich nach der Lieferung erledigen?
Zwei Dinge: das Versicherungskennzeichen besorgen und die ersten Übungsrunden im Hof drehen. Für beides haben wir eigene Ratgeber.
Warum fehlen bei manchen Fahrzeugen technische Angaben?
Weil wir nur schreiben, was wir belegen können. Wo eine Angabe in unserer Produktquelle fehlt oder sich widerspricht, lassen wir sie weg und nennen Ihnen den geprüften Wert am Telefon. Das ist Absicht, kein Versehen.
Muss ich vor dem Kauf anrufen?
Müssen nicht — Sie können bei uns ganz normal bestellen. Wir raten trotzdem dazu. Zehn Minuten am Telefon ersparen im Zweifel eine Rücksendung, die bei einem Fahrzeug dieser Größe für alle Seiten mühsam ist.