Blei-Gel oder Lithium? Die Entscheidung in Ruhe erklärt

Fast jedes unserer Fahrzeuge gibt es in zwei Ausführungen: mit Blei-Gel-Akku und mit Lithium-Akku. Der Preisunterschied liegt bei 400 bis 1.000 Euro. Das ist viel Geld — also lohnt es sich, die Entscheidung nicht nach Gefühl zu treffen.

Vorweg: Beide Akku-Arten sind gut. Es gibt keine schlechte Wahl, nur eine, die schlechter zu Ihren Wegen passt.

Die Unterschiede auf einen Blick

Preis. Blei-Gel ist deutlich günstiger — in der Anschaffung und beim späteren Ersatz. Das ist der einzige Punkt, an dem Blei-Gel klar vorn liegt, aber es ist ein gewichtiger.

Gewicht. Lithium ist erheblich leichter. Bei kleinen Fahrzeugen entscheidet das darüber, ob Sie das Fahrzeug in einen Kofferraum heben können. Bei großen entscheidet es darüber, ob sich der Akku herausnehmen lässt.

Ladezeit. Blei-Gel braucht typischerweise acht bis zehn Stunden, lädt also über Nacht. Lithium ist schneller, was vor allem dann zählt, wenn Sie zwischendurch nachladen möchten.

Lebensdauer. Lithium hält mehrfach so viele Ladezyklen durch wie Blei-Gel. Bei täglicher Nutzung macht sich das nach wenigen Jahren deutlich bemerkbar.

Verhalten bei Kälte. Beide verlieren im Winter Reichweite, Blei-Gel deutlich mehr.

Reichweite. Bei gleichem Fahrzeug bieten die Lithium-Ausführungen in unserem Programm meist die höheren Werte — teils das Doppelte.

Der Punkt, der alles andere schlägt: Wo laden Sie?

Bevor Sie über Preis und Reichweite nachdenken, beantworten Sie diese Frage: Gibt es eine Steckdose dort, wo Ihr Fahrzeug nachts steht?

Wenn ja, sind beide Akku-Arten möglich, und Sie entscheiden nach den übrigen Kriterien.

Wenn nein — das Fahrzeug steht im Hof, unter einem Carport ohne Strom, in einer Scheune, an einer Hauswand —, dann brauchen Sie ein Modell mit herausnehmbarem Akku. Und das gibt es praktisch nur mit Lithium, weil ein Blei-Gel-Akku dafür zu schwer ist.

Dieser eine Punkt entscheidet bei etwa jedem dritten unserer Beratungsgespräche die Modellwahl. Er wird meistens zu spät bedacht — nämlich erst, wenn das Fahrzeug schon da ist.

Wann Blei-Gel die vernünftige Wahl ist

Blei-Gel ist genau dann richtig, wenn diese Punkte auf Sie zutreffen:

  • Sie haben Strom am Abstellplatz.
  • Sie fahren überschaubare Strecken im Ort, etwa bis zehn Kilometer am Tag.
  • Sie fahren nicht täglich, sondern einige Male in der Woche.
  • Sie fahren im Winter selten oder gar nicht.
  • Der Kaufpreis ist ein wichtiges Kriterium.

In dieser Konstellation zahlen Sie für Lithium einen Aufpreis, dessen Vorteile Sie kaum abrufen. Das Geld ist in einer größeren Ausführung oder in einem Dach besser angelegt.

Wann sich Lithium wirklich lohnt

Lithium ist die richtige Wahl, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • Kein Strom am Abstellplatz. Dann ist es keine Frage des Komforts, sondern die Voraussetzung.
  • Sie fahren fast täglich. Die höhere Zyklenzahl zahlt sich dann rechnerisch aus.
  • Sie fahren auch im Winter regelmäßig. Der geringere Kälteverlust ist im Januar spürbar.
  • Sie brauchen ein leichtes Fahrzeug zum Mitnehmen im Auto. Ohne Lithium kein leichtes Fahrzeug.
  • Sie fahren regelmäßig längere Strecken. Die größeren Reichweiten gibt es nur mit Lithium.

Rechnen wir es einmal durch

Nehmen wir zwei Ausführungen desselben Fahrzeugs: Blei-Gel für 1.599 Euro, Lithium für 1.999 Euro. Der Aufpreis beträgt 400 Euro.

Fall A — Frau S. fährt dreimal in der Woche je vier Kilometer. Das sind rund 50 Kilometer im Monat. Ihr Blei-Gel-Akku wird selten tief entladen und hält entsprechend lange. Sie hat Strom in der Garage. Für sie sind die 400 Euro Aufpreis nicht gut angelegt.

Fall B — Herr T. fährt täglich, im Sommer wie im Winter, und parkt im Hof ohne Steckdose. Er lädt also entweder gar nicht bequem — oder er nimmt den Akku mit hinein. Für ihn ist Lithium nicht die bessere Wahl, sondern die einzige, die funktioniert.

Zwischen diesen beiden Fällen liegt die Mehrheit unserer Kunden. Deshalb fragen wir am Telefon immer nach denselben drei Dingen: Wie oft fahren Sie, wie weit ist der längste Weg, und wo steht das Fahrzeug nachts?

Was ist LiFePO4?

Bei einigen Fahrzeugen — etwa der Dora Li und dem Cargo Cruiser Li — steht im Datenblatt „LiFePO4″. Das ist eine besondere Lithium-Bauart. Sie gilt als besonders langlebig und temperaturstabil und wird gern dort eingesetzt, wo Fahrzeuge täglich und ganzjährig bewegt werden.

Für Sie als Käufer bedeutet das schlicht: Es ist ein Lithium-Akku mit noch etwas mehr Reserven bei Zyklenzahl und Kälte. Die Pflegeregeln sind dieselben.

Kann ich später umrüsten?

In der Regel nicht sinnvoll. Die Ladetechnik und teilweise auch die Halterung sind auf die jeweilige Akku-Art abgestimmt. Ein nachträglicher Wechsel ist meist teurer, als beim Kauf gleich die andere Ausführung zu nehmen.

Deshalb ist es besser, sich die Frage einmal in Ruhe zu stellen, als sie später korrigieren zu müssen. Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie uns an — die Entscheidung ist in fünf Minuten geklärt.

Kurz zusammengefasst

  • Zuerst klären: Gibt es Strom am Abstellplatz? Wenn nein, führt kein Weg an Lithium vorbei.
  • Blei-Gel: günstiger, schwerer, längere Ladezeit, weniger Zyklen, empfindlicher bei Kälte.
  • Lithium: teurer, leichter, schneller geladen, mehr Zyklen, oft herausnehmbar.
  • Wer selten und kurz fährt, ist mit Blei-Gel gut bedient.
  • Wer täglich, weit oder im Winter fährt, holt sein Geld bei Lithium wieder herein.

Wie Sie den gewählten Akku möglichst lange am Leben halten, steht im Ratgeber Akku pflegen und im Winter fahren. Und wenn Sie mögen, gehen wir Ihre Wege gemeinsam durch: So erreichen Sie uns.

Was der Akku über die Jahre kostet

Rechnen Sie nicht nur den Kaufpreis, sondern die Nutzungsdauer. Ein Blei-Gel-Akku ist billiger im Ersatz, muss aber früher ersetzt werden. Ein Lithium-Akku kostet im Ersatz mehr, hält dafür deutlich mehr Ladezyklen durch. Wer selten fährt, kommt mit Blei-Gel über viele Jahre; wer täglich lädt, hat den Aufpreis für Lithium beim ersten Ersatzakku wieder herausgeholt.

Die Ausführungen im direkten Vergleich

Bei diesen drei Fahrzeugen können Sie die Entscheidung unmittelbar nachvollziehen — gleiches Fahrzeug, andere Akku-Art:

VitaEco (1.299 Euro, rund 30 km) gegen VitaEco Li (1.799 Euro, rund 60 km). 500 Euro Aufpreis für doppelte Reichweite und einen herausnehmbaren Akku.

VITA CARE 1000 (1.599 Euro, bis 60 km) gegen VITA CARE 1000 Li (ab 1.999 Euro, 60 oder 90 km). 400 Euro Aufpreis, vor allem für den herausnehmbaren Akku.

Cruise (5.999 Euro, rund 60 km) gegen Cruise Li (ab 6.999 Euro, 70 oder 140 km). 1.000 Euro Aufpreis, mit der Möglichkeit eines zweiten Akkus.

In allen drei Fällen gilt dieselbe Faustregel: Wer selten und kurz fährt, nimmt Blei-Gel. Wer täglich, weit oder ohne Steckdose am Stellplatz fährt, nimmt Lithium.

Häufige Fragen

Welche Akku-Art ist die bessere?

Keine von beiden ist grundsätzlich besser, sie passen nur unterschiedlich gut. Beantworten Sie zuerst eine Frage: Gibt es Strom dort, wo das Fahrzeug nachts steht? Wenn nein, brauchen Sie einen herausnehmbaren Akku — und den gibt es praktisch nur mit Lithium.

Wie lange dauert das Laden?

Blei-Gel braucht typischerweise acht bis zehn Stunden, lädt also über Nacht. Lithium ist deutlich schneller. Das zählt vor allem dann, wenn Sie zwischendurch nachladen möchten.

Lohnt der Aufpreis für Lithium?

Er lohnt, wenn Sie fast täglich fahren, auch im Winter unterwegs sind, längere Strecken zurücklegen, ein leichtes Fahrzeug zum Mitnehmen brauchen oder am Stellplatz keinen Strom haben. Wer zwei- bis dreimal die Woche kurze Wege fährt, ist mit Blei-Gel gut bedient.

Was ist LiFePO4?

Eine besondere Lithium-Bauart, die als besonders langlebig und temperaturstabil gilt. Für Sie bedeutet das schlicht: ein Lithium-Akku mit noch etwas mehr Reserven bei Zyklenzahl und Kälte. Die Pflegeregeln sind dieselben.

Kann ich später von Blei-Gel auf Lithium umrüsten?

In der Regel nicht sinnvoll. Ladetechnik und Halterung sind auf die jeweilige Akku-Art abgestimmt, und ein nachträglicher Wechsel ist meist teurer, als beim Kauf gleich die andere Ausführung zu nehmen.