Akku pflegen und im Winter fahren

Der Akku ist das teuerste Einzelteil Ihres Fahrzeugs. Wie lange er hält, entscheidet sich weniger im Werk als in Ihrer Garage. Die gute Nachricht: Sie müssen nichts Kompliziertes tun. Es gibt nur eine Handvoll Gewohnheiten, die den Unterschied zwischen drei und sechs Jahren ausmachen.

Die vier Regeln, die wirklich zählen

Erstens: Nach der Fahrt laden, nicht erst, wenn er leer ist. Das ist die wichtigste Regel und für viele die überraschendste. Bei Blei-Gel-Akkus ist tiefes Entladen der größte Schaden überhaupt. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, das Ladegerät nach der Fahrt anzustecken — so, wie man abends das Mobiltelefon anschließt.

Zweitens: Nie über Wochen leer stehen lassen. Ein leerer Akku, der monatelang liegt, nimmt dauerhaft Schaden. Wenn Sie über den Winter oder im Urlaub nicht fahren, laden Sie ihn vorher voll und danach etwa alle vier bis sechs Wochen nach.

Drittens: Nicht bei Frost laden. Ein Akku sollte beim Laden Zimmertemperatur haben, jedenfalls über null Grad. Bei Modellen mit herausnehmbarem Akku ist das leicht — Sie nehmen ihn mit hinein. Bei fest verbauten Akkus in einer ungeheizten Garage laden Sie am besten mittags, wenn es am wärmsten ist.

Viertens: Nur das mitgelieferte Ladegerät verwenden. Fremde Ladegeräte mit scheinbar passendem Stecker können die Spannung falsch führen. Wenn Ihr Ladegerät defekt ist, bestellen Sie ein passendes bei uns, statt zu improvisieren.

Blei-Gel oder Lithium — was ist im Alltag anders?

Die beiden Akku-Arten wollen unterschiedlich behandelt werden.

Blei-Gel mag es voll. Diese Akkus halten am längsten, wenn sie nach jeder Nutzung wieder aufgeladen werden und selten tief entladen sind. Sie brauchen mehrere Stunden zum Laden, oft acht bis zehn. Sie sind schwer und werden deshalb fast immer fest im Fahrzeug verbaut. Ihre Lebensdauer in Ladezyklen ist deutlich geringer als bei Lithium.

Lithium ist unempfindlicher. Diese Akkus vertragen Teilladungen ohne Schaden, laden schneller und halten deutlich mehr Ladezyklen durch. Sie sind leichter, weshalb sie sich bei vielen Modellen herausnehmen lassen. Dauerhaft bei 100 Prozent zu lagern mögen sie allerdings nicht — für die längere Standzeit ist ein mittlerer Ladestand günstiger.

Welche Art für Ihren Kauf die richtige ist, steht ausführlich im Ratgeber Blei-Gel oder Lithium?

Warum die Reichweite im Winter sinkt

Ein Akku ist ein chemischer Speicher, und chemische Vorgänge laufen bei Kälte langsamer ab. Deshalb steht bei Frost weniger Energie zur Verfügung — je nach Bauart spürbar bis deutlich weniger.

Wichtig zu wissen: Die Kapazität ist nicht verloren. Sobald der Akku wieder warm wird, ist sie zurück. Was im Januar wie ein Defekt aussieht, ist im April kein Thema mehr. Blei-Gel-Akkus reagieren dabei empfindlicher als Lithium.

Praktisch heißt das für den Winter: kürzere Wege planen, häufiger laden, den Akku wenn möglich warm lagern. Und großzügiger rechnen — die Faustwerte stehen im Ratgeber Reichweite ehrlich erklärt.

Fahren bei Kälte, Nässe und Glätte

Zur Kälte selbst: Ihr Fahrzeug nimmt keinen Schaden, wenn Sie im Winter fahren. Sie selbst frieren allerdings schneller, als Sie denken — bei 25 km/h ohne Kabine ist der Fahrtwind unangenehm. Handschuhe, die noch Gefühl im Griff lassen, und eine winddichte Jacke machen den Unterschied.

Zur Nässe: Die Fahrzeuge sind gegen Regen geschützt, aber sie sind keine Boote. Fahren Sie nicht durch tiefe Pfützen, und stellen Sie das Fahrzeug möglichst trocken ab. Eine Abdeckplane für den Carport ist gut investiert.

Zur Glätte: Hier sind wir deutlich. Ein dreirädriges Fahrzeug hat auf Schnee und Eis kaum Reserven, und eine Kabine schützt vor Regen, nicht vor Rutschen. Bei Glätte raten wir vom Fahren ab. Das ist kein Kleingedrucktes, sondern der häufigste Grund für schwere Stürze in dieser Fahrzeugklasse.

Das Fahrzeug über den Winter einlagern

Wenn Sie von Dezember bis März gar nicht fahren, gehen Sie so vor:

  • Akku voll laden, dann alle vier bis sechs Wochen nachladen.
  • Fahrzeug trocken abstellen, möglichst nicht auf blankem Betonboden — eine Palette oder ein Stück Teppich darunter hilft gegen aufsteigende Feuchte.
  • Reifendruck prüfen und auffüllen, damit die Reifen keine Standplatten bekommen.
  • Abdecken, aber nicht luftdicht einpacken — sonst schwitzt es unter der Plane.

Im Frühjahr vor der ersten Fahrt: Reifendruck, Bremsen und Beleuchtung prüfen. Und das neue Versicherungskennzeichen anbringen, das zum 1. März fällig wird.

Woran Sie merken, dass der Akku alt wird

Der Verschleiß kommt schleichend. Typische Anzeichen:

  • Die gewohnte Strecke reicht plötzlich nicht mehr, obwohl es nicht kalt ist.
  • Die Anzeige fällt kurz nach dem Start deutlich ab.
  • Der Motor wird am Berg schwächer als früher.
  • Der Akku ist nach kurzer Zeit voll — er nimmt keine Ladung mehr auf.

Wenn mehrere Punkte gleichzeitig auftreten, ist ein Akkutausch fällig. Das ist kein Grund, das Fahrzeug abzuschreiben: Ein neuer Akku kostet einen Bruchteil eines neuen Fahrzeugs. Rufen Sie uns an, wir sagen Ihnen, was für Ihr Modell passt.

Was einen Akku wirklich ruiniert

Damit Sie wissen, worauf es ankommt — das sind die Fehler, die wir in der Werkstatt am häufigsten sehen:

  • Über den Winter leer stehen lassen. Der Klassiker, und praktisch immer ein Totalschaden am Akku.
  • Regelmäßig bis zum Stillstand fahren. Besonders bei Blei-Gel verkürzt das die Lebensdauer erheblich.
  • Bei Minusgraden laden. Schadet dauerhaft, ohne dass man es sofort merkt.
  • Fremdes Ladegerät benutzen. Kann den Akku überladen.

Alle vier lassen sich vermeiden, ohne Aufwand. Wer sie vermeidet, holt aus demselben Akku oft die doppelte Lebensdauer.

Kurz zusammengefasst

  • Nach jeder Fahrt laden, besonders bei Blei-Gel.
  • Nie über Wochen leer stehen lassen.
  • Nicht bei Frost laden, Akku wenn möglich warm lagern.
  • Nur das mitgelieferte Ladegerät verwenden.
  • Bei Glätte nicht fahren — auch nicht mit Kabine.

Fragen zu Ihrem Akku oder zum Ersatz beantworten wir gern: So erreichen Sie uns.

Fahrzeuge mit herausnehmbarem Akku

Wer keinen Strom am Abstellplatz hat oder den Akku im Winter warm lagern möchte, braucht ein Modell, bei dem sich der Akku entnehmen lässt. Diese drei sind dafür gebaut:

VITA CARE 1000 Li — ab 1.999 €. Dreirädrig, führerscheinfrei für vor dem 1. April 1965 Geborene, 60 oder 90 Kilometer.

Seniorenmobil E-Nobilus — ab 2.199 €. Drei Akku-Größen bis 120 Kilometer, ebenfalls dreirädrig.

VITA CARE 4000 Li PREMIUM — ab 2.699 €. Vier Räder für ruhigen Stand, Akku in drei Größen.

Bei diesen Fahrzeugen tragen Sie den Akku in die Wohnung und laden ihn an der normalen Steckdose. Das Fahrzeug kann derweil stromlos im Hof stehen — und der Akku steht im Winter nicht in der kalten Garage.

Häufige Fragen

Muss ich den Akku vor dem Laden leer fahren?

Nein, im Gegenteil. Gerade Blei-Gel-Akkus nehmen durch tiefes Entladen Schaden. Laden Sie nach der Fahrt, so wie Sie abends das Mobiltelefon anschließen. Lithium-Akkus vertragen Teilladungen ohnehin problemlos.

Wie lagere ich den Akku über den Winter?

Voll laden, dann alle vier bis sechs Wochen nachladen. Ein leerer Akku, der monatelang steht, ist der häufigste Totalschaden, den wir in der Werkstatt sehen — und er lässt sich mit fünf Minuten Aufwand vermeiden.

Darf ich bei Frost laden?

Besser nicht. Ein Akku sollte beim Laden über null Grad haben. Bei herausnehmbaren Akkus nehmen Sie ihn mit in die Wohnung. Bei fest verbauten Akkus in einer ungeheizten Garage laden Sie am besten mittags.

Kann ich ein anderes Ladegerät benutzen?

Nein. Fremde Ladegeräte mit scheinbar passendem Stecker können die Spannung falsch führen und den Akku überladen. Ist Ihr Ladegerät defekt, bestellen Sie ein passendes bei uns, statt zu improvisieren.

Woran merke ich, dass der Akku ersetzt werden muss?

Wenn die gewohnte Strecke bei mildem Wetter nicht mehr reicht, die Anzeige kurz nach dem Start abfällt, der Motor am Berg schwächer wird oder der Akku kaum noch Ladung aufnimmt. Ein neuer Akku kostet einen Bruchteil eines neuen Fahrzeugs.

Darf ich bei Schnee fahren?

Wir raten davon ab. Ein dreirädriges Fahrzeug hat auf Glätte kaum Reserven, und eine Kabine schützt vor Regen, nicht vor Rutschen. Das ist der häufigste Grund für schwere Stürze in dieser Fahrzeugklasse.